Ratgeber

Depressionen - Der ultimative Überblick inkl. Hilfe

Depressionen - Was tun?

Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit sprechen Menschen darüber, depressiv zu werden. Ein Gefühl der depressiven Verstimmung kennt wohl jeder: Du fühlst dich ohne Grund traurig und leer. Und es gibt diese Tage, an denen du dich zu nichts aufraffen kannst.

Eine depressive Verstimmung kann viele Ursachen haben. Und sie ist relativ normal. Anders verhält es sich, wenn wir von der Krankheit Depression sprechen.

Was ist eine Depression?

Depression ist eine psychische Störung. Sie kann sich wie Trauer anfühlen, unterscheidet sich davon jedoch durch einige Faktoren. Dazu gehört der meist chronische Verlauf und die Tatsache, dass eine Depression nicht nach kurzer Zeit wieder verschwindet.

Der Begriff "Depression" kommt aus dem Lateinischen "depressio" und bezieht sich auf den Begriff "deprimere", was übersetzt "niederdrücken" bedeutet. Wer schon einmal eine Depression oder depressive Verstimmung erlebt hat, versteht, wie passend dieser Begriff ist. Denn eine Depression zeicgt sich mehr als alles andere durch das Gefühl starker Niedergedrücktheit aus.  

Was sind die Symptome einer Depression?

Es gibt drei wesentliche Hauptsymptome einer Depression:

  • tiefe Niedergeschlagenheit
  • Antriebslosigkeit
  • Verlust von Interessen und das Gefühl innerer Leere


Tiefe Niedergeschlagenheit

Menschen, die unter Depressionen leiden sind zutiefst niedergeschlagen, und das immer wieder, über längere Zeit und scheinbar ohne Grund. Es geht dabei um mehr als nur "nicht gut drauf" zu sein. Die Betroffenen sehen in schlimmen depressiven Phasen kaum Lebenssinn. Typisch für eine Depression ist, dass dieser Zustand fast ununterbrochen vorhanden ist und mindestens zwei Wochen anhält.

Antriebslosigkeit

Antriebslosigkeit und anhaltende Müdigkeit sind weitere wichtige Symptome der depressiven Phase. Die Betroffenen können sich schlimmstenfalls nicht dazu aufraffen, ihrem ganz normalen Alltag nachzugehen. In besonders schweren Fällen ist es diesen Menschen kaum möglich, das Bett zu verlassen. Oft fühlen sie sich vom Alltag seelisch und körperlich überfordert und erschöpft.

Neben der Müdigkeit gibt es oft nichts, was einen Antrieb darstellen würde. "Wozu das alles?" ist eine Frage, die betroffenen Menschen ständig im Kopf herumschwirrt. Es stellt sich mehr und mehr die Frage nach dem Sinn des Lebens, dass für den Depressiven nur Traurigkeit und Leere zu beinhalten scheint.

Der Verlust von Interessen

In einer depressiven Phase möchte sich so mancher am liebsten einfach nur die Decke über den Kopf ziehen. Ein sehr charakteristisches Anzeichen einer Depression ist, dass die Erkrankten an nichts mehr Freude haben können. Mehr und mehr verlieren sie das Interesse an Freizeitaktivitäten, an Hobbys und sozialen Kontakten - eben all das, was das Leben lebenswert macht. Depressive ziehen sich zurück und nehmen immer weniger am sozialen leben teil. Das macht es gerade für Angehörige und Freunde sehr schwer, an sie heranzukommen. Aufmunterungsversuche scheitern. Als Folge treten häufig soziale Isolation und Einsamkeit auf, was die Lage nicht gerade verbessert.  

Depressionen - Patient und Helfer / Arzt

Nebensymptome einer Depression

Neben diesen genannten Hauptsymptomen treten weitere Symptome im Rahmen einer Depression auf. Dazu gehören:

  • Schlaflosigkeit und Schlafstörungen
  • im gegenteiligen Fall extremes Schlafbedürfnis
  • Selbstzweifel
  • Schuldgefühle
  • Selbstvorwürfe
  • Konzentrationsstörungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • innere Unruhe oder innere Erregtheit
  • Verlust sexueller Bedürfnisse


Nimmt man all diese Symptome zusammen, so wird deutlich, dass eine Depression das Leben stark einschränkt. Nicht nur soziale, private Kontakte leiden darunter. Häufig sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihrer Arbeit nachzugehen. In Folge einer Depression werden einige etwa berufsunfähig.

Wann und wie treten depressive Phasen auf?

Depressionen sind tückisch, weil sie unberechenbar sind. Sie können schleichend in das Leben der Patienten treten. Immer wieder ist zum Beispiel zu lesen, dass Betroffene bereits in jungen Jahren immer wieder diese Phasen der Niedergeschlagenheit erlebten. Diese wurden im Laufe der Jahre stärker, bis  sie zum Dauerzustand wurden. Auf der anderen Seite können Depressionen völlig unerwartet wie aus heiterem Himmel auftreten.

Auch wenn die depressiv geprägte Stimmung bei den Erkrankten dauerhaft konstant sind, so bestehen oft im Laufe eines Tages Schwankungen. Laut Gesellschaft für Psychiatrie sind Depressionen typischerweise am Vormittag stärker ausgeprägt als am Nachmittag.

Körperliche Beschwerden

Im Verlauf einer Depression kann es neben den genannten seelischen Problemen auch zu körperlichen Beschwerden kommen. So klagen betroffene Menschen oft über Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Appetitlosigkeit, Gewichtszu- oder abnahme, gesteigerte Schmerzempfindlichkeit et al. Dann kann die seelische Krankheit auch den Körper krank machen. Nicht nur deshalb solltest du auf jeden Fall etwas gegen Depressionen tun.

Glühbirne kaputt- Körperliche Beschwerden bei Depressonen

Gehören Stimmungsschwankungen zu einer Depression?

Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Manche glauben, ein typisches Anzeichen für Depressionen sei eine nicht nachvollziehbar wechselhafte Stimmung. Gefühle absoluter Euphorie wechseln sich ab mit abgrundtiefer Niedergeschlagenheit. Eben noch völlig überdreht und aufgekratzt, zeigen sich diese Menschen mit einem Mal wie am Boden zerstört.

Dabei ist dieses Phänomen allerdings keinesfalls ein typisches Anzeichen einer Depression. Bei einer rein depressiven Phase herrscht ausschließlich und ununterbrochen das Gefühl der Niedergeschlagenheit vor. Befindet sich jemand in einem ständigen Wechselbad der Gefühle, so spricht man eher von einer bipolaren Störung. Dabei handelt es sich um ein weiteres psychisches Krankheitsbild, das Depressionen einschließt.

Was sind die Ursachen einer Depression?

Das Schlimme an einer Depression ist, dass es keine offensichtlichen Ursachen zu geben scheint. Menschen, die an einer Depression leiden, können ein nach außen hin völlig glückliches Leben führen. Deshalb stoßen sie bei Angehörigen und Freunden oft auf Unverständnis. "Dir geht es doch gut", heißt es dann häufig.

Doch das ist das Tückische einer Depression: Es kann einem Menschen noch so gut gehen, und dennoch leidet er an Depressionen. Er weiß, dass er eigentlich völlig glücklich sein sollte - und trotzdem ist er es es nicht.

Mögliche Ursachen einer Depression

Depressionen haben diverse Ursachen. Dazu gehören

  • seelische Verletzungen
  • Schicksalsschläge in der Vergangenheit
  • Traumata
  • genetische Veranlagung
  • gestörter Botenstoffwechsel im Gehirn
  • körperliche Beschwerden (zum Beispiel bei Altersdepression)
  • Lichtmangel (Herbst- und Winterdepression)
  • Einsamkeit
  • bestimmte persönliche Merkmale wie fehlendes Selbstvertrauen
  • et al

Weiter kann eine Depression in Folge einer körperlichen Krankheit auftreten oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente. Auch Drogen- und Alkoholkonsum kann Depressionen auslösen.

Stress kann zum Auslöser der Depression werden. Deshalb sprechen wir gerade in der heutigen Zeit häufig von der "Volkskrankheit" Depression. Denn nie zuvor waren Menschen derart Stress und Leistungsdruck ausgesetzt.

Was unterscheidet eine Depression von Trauer?

Es ist wichtig zu verstehen, dass Depression zwar aussieht und sich anfühlt wie Trauer, sich aber von ihr unterscheidet.

Trauer hat einen konkreten Auslöser, wie zum Beispiel der Verlust eines geliebten Menschen. Eine Depression muss jedoch keinen konkreten Grund haben.

Trauer ist auch kein konstantes Gefühl. Menschen, die trauern, erleben es oft, dass sie in der Trauerphase auch einmal fröhlich sein können. Sie vergessen für kurze Momente ihre Trauer, können auch mal lachen oder unbeschwert sein. Bei einer Depression hingegen sind die Symptome konstant vorhanden, die Traurigkeit bleibt immer gleich stark. Es gelingt des Betroffenen nicht, auf andere Gedanken zu kommen, weil die Niedergeschlagenheit chronisch zu sein scheint.

Ein weiterer wichtiger Unterschied: Trauer ist kurzfristig, wird nach und nach besser und ist irgendwann überwunden. Eine Depression hingegen bessert sich nicht. Im Gegenteil: Wenn sich der Betroffene keine professionelle Hilfe sucht, kann er immer tiefer in die Depression hineingeraten.

Gelingt die Trauerverarbeitung nicht, so kann sich daraus jedoch eine Depression entwickeln. Nicht ausgelebte oder schlecht verarbeitete Trauer kann also eine Ursache für Depressionen sein.

Trauer

Wie verbreitet sind Depressionen?

Betroffene haben zumeist das Gefühl, mit ihrem Problem ganz allein dazustehen. Sie fühlen sich ausgegrenzt und nicht zugehörig. Sie haben das Gefühl, alle anderen seien eher in der Lage glücklich zu sein.

Doch der Schein trügt. In Wahrheit zählen Depressionen zu den Volkskrankheiten. Wie viele Menschen tatsächlich darunter leiden, lässt sich schwer sagen, eben weil es den meisten peinlich ist, darüber zu sprechen. Nicht alle lassen sich helfen. Man geht jedoch davon aus, Es wird davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Depressionen erkranken.  

Statistisch gesehen ist der Anteil der Frauen höher als der der Männer. Ältere Menschen sind eher betroffen als jüngere.  

Wie verhalte ich mich im Falle einer Depression?

Wichtig ist zu verstehen, dass du eine Depression meist nicht allein überwinden kannst. Daher solltest du das Thema nicht auf die leichter Schulter nehmen und dich ihm stellen.

Erkenne die Symptome

Jeder Mensch ist mal nicht gut drauf. Und wenn dir etwas Schlimmes widerfahren ist, dann ist es völlig normal, sich depressiv zu fühlen. Wenn du einen Menschen verloren hast - etwa im Falle einer Trennung oder eines Todesfalls - musst du dir die Zeit geben zu trauern. Traurigkeit hat im Leben ebenso seinen Platz wie Wut, Verzweiflung und Angst. Diese Gefühle sind menschlich und geben dir die Möglichkeit, Erfahrungen und Erlebnisse zu verarbeiten.

Doch je nach Schwere des Erlebnisses sollte es dir nach einem Zeitraum von etwa zwei Wochen bis zu drei Monaten besser gehen.

Spürst du eine anhaltende depressive Verstimmung, so ist es wichtig, deine Gefühle zu hinterfragen:

  • Gibt es einen Auslöser/Grund für die Niedergeschlagenheit?
  • Fühle ich mich konstant niedergeschlagen?
  • Sind weitere Symptome vorhanden, die auf eine Depression hindeuten?
  • Habe ich Freude an meinen Hobbys?
  • Treffe ich gerne meine Freunde?
  • Habe ich Spaß an der Arbeit?
  • Worum drehen sich meine Gedanken?
  • Glaube ich an den Sinn meines Lebens?
  • Gelingt es mir, optimistisch in die Zukunft zu schauen?
  • Habe ich sogar manchmal suizidale Gedanken?


Solltest du feststellen, dass viele der für eine Depression typischen Symptome zutreffen, solltest du dich nicht davor scheuen, professionelle Hilfe zu suchen.  

Akzeptiere deine Depression

Die meisten haben Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass sie unter Depressionen leiden. Depressionen gelten für viele noch als Zeichen von Schwäche, von fehlender Belastbarkeit. Vielleicht hast du im Zusammenhang mit Depressionen auch schon Aussagen gehört wie "Stell dich nicht so an" oder "Reiß dich mal zusammen". Damit wird den betroffenen Menschen suggeriert, sie seien selbst schuld an ihrer Erkrankung. Das verstärkt das Gefühl der Unzulänglichkeit und der Selbstzweifel.

Kein Grund, sich zu schämen!

Wichtig ist: Depressionen sind keine Schwäche und kein Grund, sich zu schämen. Immerhin leiden laut Informationen der Gesellschaft für Psychiatrie etwa 15% aller Deutschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal daran.

Gehe, wenn du das Bedürfnis dazu hast, offen damit um. Denke daran, dass es sich dabei um eine Erkrankung wie jede andere handelt. So wenig, wie du dich für eine körperliche Erkrankung rechtfertigen musst , gibt eine Depression  Anlass für Selbstzweifel und Schuldgefühle .

Der offene Umgang mit der Erkrankung ist nicht zuletzt auch für Freunde und angehörigen Menschen eine Hilfe, um deine Stimmungen zu verstehen und angemessen zu reagieren.

Erste Schritte zur Selbsthilfe

Solltest du Symptome einer Depression feststellen, ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen. Doch in Momenten, in denen du eine depressive Stimmung erlebst, kannst du als ersten  Schritt auch zur Selbsthilfe greifen.

Versuche zunächst herauszufinden, inwieweit es Auslöser für die depressive Stimmung gibt. Besteht beispielsweise ein konkreter Zusammenhang zwischen Stress und der  Erkrankung, so ist es ratsam, diesen zu minimieren.

Du solltest bewusst nur das tun, was dir guttut. Suche bevorzugt Kontakt zu positiven Menschen, deren Anwesenheit dich aufmuntert und bei denen du dich nicht verstellen musst. Auch wäre es ratsam, dir einen Ausgleich zu suchen, bei dem du aufgestaute Emotionen ausleben kannst. Sport bietet vielen Menschen beispielsweise die Möglichkeit, negative Stimmung abzubauen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Blick nach innen im Falle von Depressionen eine große Hilfe sein kann, diese zu überwinden. Es hilft z. B. zu meditieren oder geführte Entspannungsübungen zu machen. Frage dich in ruhigen Momenten, was du möchtest und was dich glücklich macht. Vielleicht führst du ein Dankbarkeitstagebuch, in dem du das notierst, was dich glücklich macht.

Diese Schritte helfen dir, eine depressive Phase zu überwinden. Dennoch solltest du als weitere Maßnahme unbedingt zu einem Arzt gehen, der dir weitere Informationen zum Krankheitsbild Depressionen geben und konkrete Hilfe anbieten kann.  

Kann eine Depression von selbst verschwinden?

"Das wird schon wieder." Mit diesem Satz trösten sich viele, denn sie vermeiden es oft aus Scham, sich wegen ihrer seelischen Gemütslage in Behandlung zu begeben. Psychischen Erkrankungen haftet in der heutigen Gesellschaft immer noch ein Stigmata an. Man versucht zu funktionieren - bis es zu spät ist.

Depressionen gehen nicht einfach von selbst wieder vorbei. Wer sich keine Hilfe sucht und Angehörige und Freunde über seinen Zustand im Unklaren lässt, verschlimmert die Situation. Je mehr das Thema verdrängt wird, umso größeren Schaden kann sie in der Seele anrichten.

Je früher du dich als betroffene Person in Behandlung begibst, umso größer ist die Chance auf eine Therapie, die dir hilft.

Welche Behandlung wird bei Depressionen empfohlen?

Betroffene sollten zunächst einen Arzt ihres Vertrauens finden, mit dem sie über die Erkrankung sprechen. Ein erster Anlaufpunkt kann der Hausarzt sein. Er wird über weitere Schritte beraten und gegebenenfalls den Kontakt zu geeigneten Therapeuten oder unabhängigen Beratungsstellen vermitteln.

Die Art der Behandlung hängt von der Schwere des Verlaufs ab. Es gibt zwei Behandlungsansätze: Psychotherapie und antidepressive Medikamente. Meist besteht die Behandlung aus einer Kombination dieser beiden Maßnahmen, besonders bei einem chronischen oder wiederkehrenden Krankheitsverlauf.  

Psychotherapie bei Depression

Eine Psychotherapie ist die beste Möglichkeit, dauerhaft aus dem schwarzen Loch herauszukommen. Natürlich ist das keine akute Behandlung, die das Problem sofort behebt, sondern braucht Monate. Daher sollten Betroffene viel Geduld, Motivation und Durchhaltevermögen mitbringen. Besonders, wenn Familie und Angehörige in den Prozess mit eingebunden werden, kann auf diese Art die psychische Stabilität verbessert werden.

Welche Therapien gibt es?

Es gibt eine Vielzahl an psychotherapeutische Angebote. Die gängigsten sind

  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • analytische Psychotherapie (Psychoanalyse)
  • systemische Psychotherapie

Bei der Gesellschaft für Psychiatrie findest du Informationen zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten. Welche die für dich beste ist, hängt von deiner Person ab. Es ist äußerst wichtig, dir einen Therapeuten und eine Therapieform zu suchen, bei dem/der du dich am besten aufgehoben fühlst.

Diese klassischen Therapien werden in der Regel von den Krankenkassen bezahlt. Dies gilt auch für die kognitive Verhaltenstherapie, die einen weiteren möglichen Ansatz darstellt. Dabei gilt die Voraussetzung, dass du von einem ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten mit Approbation behandelt wirst.

Der Vorteil der kognitiven Verhaltenstherapie besteht darin, dass dir hier Wege zur Selbsthilfe aufgezeigt werden, etwa, wie sich negative Gedanken und Muster auf deine Depression auswirken. Gegebenenfalls können im Rahmen der Therapie neue, mehr positive Denkweisen etabliert werden.

Weitere Psychotherapieformen

Weitere Psychotherapieformen, die helfen können, sind:

  • die Interpersonelle Therapie (IPT). Hierbei handelt es sich um eine Kurzzeittherapiemethode, die speziell zur Behandlung depressiver Erkrankungen entwickelt wurde. Hierbei werden Ansätze aus psychodynamischer und Verhaltenstherapie miteinander kombiniert.  Im Rahmen dieser Therapiemethode lernen Patienten, Fähigkeiten und Strategien zu entwickeln, die ihnen den Umgang mit Konflikten erleichtern, welche zur Entstehung der Depression beitragen.
  • Familientherapie. Diese bietet sich an, wenn die Entstehung und Aufrechterhaltung der Depression in der Familie zu suchen ist.
  • Gestalttherapie, in der der Mensch in seiner die Ganzheitlichkeit im Fokus steht
  • Kunsttherapie. Hier bekommen Patienten die Möglichkeit, ihren inneren Bildern Ausdruck zu verleihen und damit depressive Phasen aufzulösen.

Letztere Therapieformen werden in der Regel in Kombination mit anderen Behandlungen angeboten, zum Beispiel im Rahmen stationärer Behandlungen.

Die Kosten für diese Therapiemethoden werden von den Krankenhassen in der Regel nicht übernommen.


Medikamente

Antidepressiva werden meist in Kombination mit Psychotherapien verschrieben und dienen als wichtige Unterstützung. Es sollte jedoch allen Patienten bewusst sein, dass Antidepressiva nicht das ursprüngliche Problem lösen, sondern lediglich akute Symptome behandeln. Vorsicht also, wenn ein Arzt allzu schnell dazu neigt, Antidepressiva zu verschreiben, ohne dass auf das individuelle Krankheitsbild und deren mögliche Therapieform eingegangen wird.

Viele Patienten machen die Erfahrung, dass sie sich mit Hilfe der Medikamente besser fühlen. Doch wird das Medikament abgesetzt, kehrt auch die Depression zurück. Es entsteht schnell eine Abhängigkeit, ohne dass die Depression behandelt wird.

Was tun bei akuter Depression?

Eine Psychotherapie dauert viele Monate. Doch was, wenn die Depression akut auftritt? In einer besonders schweren Situation solltest du dich der Familie anvertrauen und dich schnellstmöglich in ärztliche Behandlung begeben. In solchen akuten Situationen sind Antidepressiva meist ein sehr probates Mittel, um die schweren Symptome unmittelbar zu behandeln. Dadurch entsteht eine Basis, auf der die eigentliche Behandlung erfolgen kann.

Wie lange dauert es, bis eine Depression abklingt?

Depressionen sind von Person zu Person unterschiedlich. Eine einzelne Episode kann Stunden oder wenige Tage andauern. Eine Phase umfasst manchmal zwei Wochen, manchmal Monate. Je länger Depressionen unbehandelt bleiben, umso häufiger und schwerer treten sie auf.

Wie finde ich professionelle Hilfe?

Der Hausarzt kann eine gute erste Anlaufstelle sein. Du kannst dich als Betroffener auch direkt an Fachleute, Therapeuten und psychologische Berater wenden. Diese findest du in privaten Praxen, aber auch in Kliniken, die psychiatrische Abteilungen haben.

Wenn du unsicher sein solltest, bieten neutrale Beratungszentren und Selbsthilfegruppen ebenfalls einen guten Ansatz und Unterstützung.

Beim Therapeuten wird anhand der Symptome die Diagnose gestellt. Die empfohlene Behandlungsmethode richtet sich nach der Anzahl, der Art sowie der Stärke der Symptome. Denn diese zeigen an, ob es sich um leichte, mittelschwere oder schwere Depressionen handelt.

Ganz gleich, welchen Weg du gehst: Es gibt viele Ansätze, um aus der Dunkelheit herauszutreten und sich helfen zu lassen. Depressionen sind nichts, womit du dich abfinden musst.



Steven Eissing

Inhaber von achtunghappy.de und operi.de